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Gerinnungskontrolle verstehen

Antikoagulationsbehandlung.

 

Warum werden Antikoagulanzien verschrieben?

Der menschliche Körper verfügt über einen komplexen Mechanismus, der als Gerinnung bzw. Koagulation bezeichnet wird und bei einer Verletzung zur Blutgerinnung führt. Unter normalen Umständen ist dies wünschenswert, weil es dem Körper ermöglicht, sich selbst zu heilen. Unter bestimmten klinischen Bedingungen können sich bei der Gerinnung jedoch unerwünschte Blutgerinnsel bilden, die zu Komplikationen führen und lebensbedrohlich sein können.

Zur Vorbeugung von Blutgerinnseln werden orale Antikoagulanzien wie Warfarin und Phenprocoumon verwendet, die häufig als "Blutverdünner" bezeichnet werden.

 

Antikoagulanzien werden häufig bei folgenden Zuständen verschrieben:1-3

  • Nach einem Schlaganfall
  • Bei Vorhofflimmern (unregelmässiger Herzschlag)
  • Bei mechanischen Herzklappen
  • Bei venöser Thromboembolie
  • Bei Thrombophilie (Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln)
  • Nach einem Herzanfall 

 

Überwachung Ihrer Therapie.

Was sind INR-Werte und warum sind sie wichtig? 

Wenn eine Antikoagulationstherapie verschrieben wird, zum Beispiel die Anwendung eines Vitamin-K-Antagonisten (VKA), ist die richtige Dosierung von entscheidender Bedeutung für eine effektive Behandlung. Zur Ermittlung der richtigen Dosis wird gemessen, wie lange es dauert, bis Ihr Blut gerinnt.  Dieser Wert wird als International Normalized Ratio (INR) bezeichnet.

Es ist wichtig, dass Ihr INR-Wert im Zielbereich bleibt. Daher sollten Sie Ihren Wert kennen.

Eine regelmässige Kontrolle Ihres INR-Werts ist wichtig, um festzustellen, ob Ihre Dosis angepasst werden muss. Ihren persönlichen INR-Zielbereich definieren und besprechen Sie mit Ihrem Arzt. Bei Patienten, die VKAs einnehmen, zu denen auch Warfarin gehört, liegt der INR-Zielwert in der Regel zwischen 2.0 und 3.0, dieser kann jedoch je nach Patient und Erkrankung variieren.5-7

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Abkürzungen

INR: International Normalized Ratio

 

  1. Ryan et al. (2008). J Clin Pharm Ther 33, 581-590
  2. Stevens et al. (2016). J Thromb Thombolysis 41, 154-164
  3. Lip et al (2002). BMJ 325, 1022-1025
  4. Wardrop and Keeling. (2008). Br J Haem 141, 757–763
  5. Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG). (2016). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK279434/#_NBK279434_pubdet_ [Stand: April 2019]
  6. Shikdar and Bhattacharya. (2018). Buch erhältlich von: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK507707/#_NBK507707_pubdet_ [Stand: April 2019]
  7. Tidman et al. (2015). Aust Precr 38, 44-48
  8. American Heart Association. Erhältlich von: https://www.heart.org/en/health-topics/arrhythmia/prevention--treatment-of-arrhythmia/a-patients-guide-to-taking-warfarin [Stand: April 2019]
  9. North American Thrombosis Forum. Erhältlich von: https://natfonline.org/2017/07/guide-inr-levels/ [Stand: April 2019]
  10. Ufer. (2005). Clin Pharmacokinet 44, 1227-1246