Elecsys® CMV IgM

Immunoassay für die qualitative Bestimmung von IgM-Antikörpern gegen CMV

Elecsys® CMV IgM

Immunoassay für die qualitative Bestimmung von IgM-Antikörpern gegen CMV

Das Cytomegalievirus (CMV) ist ein in allen humanen Populationen allgegenwärtiges Herpesvirus und die häufigste infektiöse Ursache für angeborene Fehlbildungen1. Die weltweite Prävalenz liegt in westlichen Industrieländern bei 40 bis 60 % und in ressourcenschwachen ländlichen Gebieten und Entwicklungsländern bei 80 bis 100 %2.

Die Übertragung von CMV findet durch direkten Kontakt zwischen Schleimhäuten und infektiösen Körperflüssigkeiten statt, kann aber auch nach der Transfusion von Blutprodukten und der Transplantation von Organen von seropositiven Spendern erfolgen3. In ansonsten gesunden Menschen ist eine akute Primärinfektion meist ein subklinischer oder asymptomatischer Prozess, der in einen latenten Verlauf übergeht.4 Jedoch ist eine Reaktivierung bei immunsupprimierten Patienten häufig mit schwerwiegenden klinischen Konsequenzen verbunden.4 Die vertikale Übertragung findet von der infizierten Mutter während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind statt.4 Aufgrund der Latenz nach einer Primärinfektion und der periodischen Reaktivierung der CMV-Replikation, die zu Infektionsrezidiven führt, kann die In-utero-Übertragung von CMV sowohl nach einer Primärinfektion als auch nach einer rezidivierten Infektion erfolgen.4 Zu den Folgen zählen schwere fötale Schädigungen, Wachstumsretardationen und geistige Behinderungen, Ikterus und ZNS-Anomalien. Trotz möglicher Unauffälligkeit bei der Geburt können sich zu einem späteren Zeitpunkt Schwerhörigkeit oder kognitive Defizite entwickeln.4

Derzeit ist keine allgemein anerkannte Therapie verfügbar.4 Die Diagnose einer CMV-Infektion beginnt normalerweise mit dem Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern gegen CMV und einem IgG-Aviditätstest, um festzustellen, wann die Infektion stattgefunden hat. Proben, die auf Anti-CMV-IgM-Antikörper reaktiv sind, weisen auf eine akute, kürzlich stattgefundene oder reaktivierte Infektion hin. Ein positives IgM-Ergebnis in Kombination mit einem niedrigen Aviditätsindex für IgG vor der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche spricht für eine CMV-Primärinfektion innerhalb der vorgängigen 3 bis 4 Monate. Eine hohe Avidität in den ersten 12 bis 16 Wochen schliesst dagegen eine Primärinfektion innerhalb der letzten 3 Monate aus4.

Elecsys® CMV IgM

Elecsys® CMV IgM

  • Systeme

    cobas e 411 Analyzer, cobas e 601 Modul/cobas e 602 Modul, cobas e 801 Modul

  • Testdauer

    18 Minuten (parallel) 

  • Testprinzip

    μ-capture-Assay    

  • Kalibrierung

    2 Punkte

  • Interpretation

    <0,7 COI = nicht-reaktiv
    ≥ 0,7 – <1,0 COI = grenzwertig
    ≥ 1,0 COI = reaktiv    

  • Rückverfolgbarkeit

    Diese Methode wurde relativ zu einem Standard von Roche standardisiert (willkürliche Einheiten) 

  • Probenmaterial

    Mit Standard-Probenentnahmeröhrchen oder Trenngel enthaltenden Röhrchen entnommenes Serum.  Li-Heparin-, Na‑Heparin-, K2‑EDTA-, K3‑EDTA-, ACD-, CPD-, CP2D-, CPDA- und   Na‑Citrat-Plasma.    

  • Probenvolumen

    10 μl cobas e 411 Analyzer, cobas e 601 Modul/cobas e 602 Modul
    6 μl cobas e 801 Modul

  • Stabilität im Gerät

    14 Tage im cobas e 411 Analyzer, cobas e 601 / cobas e 602 Modul
    16 Wochen im cobas e 801 module

  • Laborpräzision

    cobas e 411 Analyzer: VK 3,2 – 5,3 %    
    cobas e 601/602 Module: VK 3,8 – 6,1 %    
    cobas e 801 Modul: VK 1,4 – 2,2 %

  • Sensitivität bei Primärinfektionen

    93.0 % (n = 114)
    93.1 % (n = 29)
    92.3 % (n = 52)
    91.2 % (n = 34)
    96.5 % (n = 57)    

  • Spezifität bei Routineproben

    98,8 % (n = 501) unteres 95%-Konfidenzintervall: 97,4 %
    97,1 % (n = 591) unteres 95%-Konfidenzintervall: 95,4 %
    97,0 % (n = 507) unteres 95%-Konfidenzintervall: 95,2 %    

Literatur

 

  1. Van Zuylen, W.J. et al. (2014). Obstet Med 7, 140-146.
  2. Buxmann, H. et al. (2017). Dtsch Arztebl Int 114, 45-52.
  3. Ljungman, P. (2004). British Journal of Haematology 125, 107-116.
  4. Revello, M.G. et al. (2002). Clin Microbiol Rev 15, 680-715.